Erläuterung

CM ProFiler – Eine Software zur schnellen und einfachen Darstellung von Werker-Kompetenzen

Der CM ProFiler ist der „kleine Bruder“ des wesentlich komplexeren Tools CM ProWork. Der CM ProFiler wurde speziell für die Werkerinnen und Werker in der industriellen Produktion entwickelt. Damit sind alle Werkerinnen und Werker, auch solche mit Vorgesetztenfunktionen und technischer Spezialqualifikation, angesprochen. Sie erhalten ein einfaches Werkzeug, mit dem sie ihre beruflichen Lernergebnisse eigenständig und systematisch als Kompetenzen und Erfahrungen darstellen können.
Das Tool besteht aus einer Eingabeseite und einer Ergebnisseite:

  • In der Eingabeseite stufen die Werker ihre Erfahrung und das damit verbundene, praktische Können ein. Dies geschieht in 20 verschiedenen Aufgabenbereichen. Diese Aufgabenbereiche umspannen das komplette Spektrum der Tätigkeiten in der modernen Produktion. Nicht nur das direkte Produzieren, sondern auch alle planenden, vorbereitenden und kontrollierenden Aufgaben werden betrachtet. Auch Verbesserungsaufgaben in den Bereichen Produktivität, Qualität und Sicherheit sind berücksichtigt.
  • Nach dieser Eingabe wird die Ergebnisseite aufgerufen. Auf dieser Seite werden einerseits die Eingaben noch einmal als Erfahrungen aufgelistet. Zusätzlich wird ein Profil der mit diesen Erfahrungen verbundenen Kompetenzen ausgegeben, unterteilt in
    • arbeitspraktische
    • soziale
    • organisatorische
    • produktionstechnische
    • methodische und informations-/kommunikationstechnische
      Werker-Kompetenzen.

Das Profil hat 6 Stufen, um auch sehr unterschiedliche Kompetenzausprägungen berücksichtigen können. Die Stufe 2 (Basiswert) bedeutet, dass Werkerinnen und Werker schon gute Voraussetzungen für die Weiterentwicklung der betreffenden Werker-Kompetenzen besitzen. Alle höheren Profilstufen weisen auf eine hohe bzw. sehr hohe Kompetenzentwicklung hin.
Die Stufenhöhe der verschiedenen Werker-Kompetenzen wird vom Tool berechnet. Grundlage dieser Berechnungen sind Kompetenzwerte, welche den verschiedenen Aufgabenbereichen zugeordnet wurden. Bei dieser Wertezuordnung konnten die Ergebnisse des „großen Bruders“ CM ProWork genutzt werden. Aufgabenbereiche, in denen große Erfahrungen und großes Können bestehen, „laden“ entsprechend dieser Werte die jeweiligen Werker-Kompetenzen auf und nehmen so in der Summe Einfluss auf deren Höhe. Die Werker-Kompetenzen beziehen sich demnach auf die Anforderungen der Produktionsarbeit und nicht auf persönliche Eigenschaften.
Die Ergebnisseite des CM ProFiler kann ausgedruckt werden. Dieser Ausdruck stellt ein Kompetenz-Dokument dar, welches vielfältig genutzt werden kann:

  • Es kann von Werkerinnen und Werkern als Anhang zum Lebenslauf im Rahmen von Bewerbungen benutzt werden. Das neue Standarddokument für die Europäische Union, der EUROPASS-Lebenlauf, verlangt beispielsweise eine Darstellung der persönlichen Kompetenzen. Die Ergebnisseite des CM ProFiler ist dafür in vollem Umfang geeignet, weil sie objektiv und besonders aussagekräftig ist.
  • Werkerinnen und Werker können die Ergebnisse für ihre persönliche Karriereplanung nutzen. Die dargestellten Erfahrungen und Werker-Kompetenzen zeigen ihnen die Stärken und Schwächen im Ist-Zustand. Ausgehend davon können beispielsweise die Übernahme neuer Aufgabenbereiche oder spezielle Kurse und Trainings geplant werden.
  • Auch die Unternehmen profitieren vom Einsatz von CM ProFiler. Mit diesem Tool kann beispielsweise das Selbstbild der Werker-Kompetenzen erfasst und mit dem Fremdbild der Vorgesetzten verglichen werden. Außerdem machen die Ergebnisse deutlich, in welchen Aufgabenbereichen noch Entwicklungsbedarf besteht und wo Qualifizierungsmaßnahmen ansetzen sollten. Natürlich ist die Teilnahme an einer betrieblichen Kompetenzerfassung mit dem CM ProFiler immer eine freiwillige Angelegenheit. Derartige Maßnahmen sollten von den betrieblichen Verantwortlichen gut begründet und mit einer Verpflichtung über den Umgang mit den Daten verbunden werden.
  • Die mit dem CM ProFiler von den Werkerinnen und Werkern erstellten Erfahrungs- und Kompetenzprofile können bei beiderseitigem Einverständnis auch an Arbeitszeugnisse angehängt werden. Derartige Zeugnisse können so an Aussagekraft und Objektivität gewinnen.